Schokotorte mit einem Hauch von Johannisbeer & Kaffee (Hochzeitstortenglück Nr.3)

(Was bisher geschah 1 und 2)

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Heute nun endlich mal ein Rezept!

Ich habe mich entschieden mit dem Fundament meiner Torte zu beginnen. Der Etage, die am meisten Last tragen, mehr als alle anderen aushalten musste. Der doppeltschokoladigen und doch leicht fruchtigen Master-Schicht, der ich es sehr zu verdanken habe, dass das ganze Tortengebilde gehalten und bis 12 Uhr in einem Stück überlebt hat.

Da die Torte allerdings mit 33cm Durchmesser deutlich größer gewesen sein dürfte, als es der normale Kuchen-und Tortenbedarf beim Nachbacken ist, habe ich das Rezept auf eine Torte mit 26er Durchmesser umgerechnet!

Der Boden der Torte ist nach dem tollen -in vielen Backblogs verbreiteten- Wunderrezept entstanden.Die Füllung ist eine Schokobuttercreme, von außen ist das Törtchen mit einer weißen Ganache und einem weiße Schokolade-Frischkäsefrosting ummantelt.

Der Boden sollte mindestens einen Tag vor dem Servieren gebacken werden, gern auch 2-3 Tage.

Ich hab versucht alle Tücken und Hindernisse und Gemeinheiten, die diese Torte so in sich trägt und die mir während der verschiedenen Anläufe sie zu backen, begegnet sind, hier im Rezept festzuhalten, um euch das Nachbacken so einfach wie möglich zu gestalten! Ganz viel Spaß damit!


Für 1 Torte mit 26cm Durchmesser:

Teig (frei nach Ofenkieker):

  • Eier (6)
  • Zucker (300 g)
  • Espresso (200 ml)
  • Milch (100 ml)
  • Wasser (50 ml)
  • neutrales Pflanzenöl (300 ml)
  • Mehl (450 g)
  • Backpulver (1,5 Tüten)
  • Backkakao (4-5 EL)
  • Salz (1 Prise)

Buttercreme (grob nach Backen macht glücklich):

  • Schokopuddingpulver (1 Tüte)
  • Milch (400 ml)
  • Butter, weich (250 g)
  • Puderzucker (25 g)

Ganache:

  • weiße Kuvertüre (600 g)
  • Sahne (200 ml)

Frosting:

  • Ganache (Rest)
  • Frischkäse, am besten Philadelphia (1 Packung)
  • Mascarpone (125 g)

außerdem:

  • Johannisbeermarmelade (1 Glas)
  • Backpapier
  • Alufolie
  • Küchenpapier
  • Tortenpappe / Cakeboard
  • Tortenbodenschneider
  • Tortenring
  • Palettmesser

Eier und Zucker mindestens 10 Minuten aufschlagen, bis die Masse hell und voluminös ist. Die Flüssigkeiten langsam und vorsichtig unter die Ei-Masse heben. Passt auf nicht zu stark zu rühren, um nicht die ganze vorher hineingeschlagene Luft zu zerstören. Mischt nun Mehl, Backpulver, Kakao und Salz in einer anderen Schüssel und siebt und rührt die Masse langsam und vorsichtig unter die Ei-Masse.

Kleidet eine 26er Springform mit Backpapier aus. Damit der Boden gleichmäßigt hochbackt und keine Hubbel bildet solltet ihr am besten diese tolle Anleitung befolgen. Achtet darauf, dass das nasse Küchenpapier nicht zu dünn, also ruhig doppelt liegt und ihr die Alufolie gut mit Klammern befestigt, da sie sicht sonst leicht im Ofen voneinander löst. (Ist mir bei den Back-Versuchen 1 bis 1000 leider alles schon passiert 😉 )

Backt nun den Kuchen bei 160° (Ober-/Unterhitze) für ca. 70 min. Macht zwischendurch unbedingt eine Stäbchenprobe.. die Backzeit ist sehr abhängig vom Backofen! Lasst den Boden nun -mindestens über Nacht- auf einem Gitter abkühlen.

Am selben Nachmittag oder Abend kocht ihr am Besten auch noch den Pudding für die Buttercreme: Hierfür wird das Puddingpulver mit ein paar EL Milch (und evtl. Zucker, je nach Packungsanweisung) glatt gerührt. Bringt die restliche Milch zum Kochen (Achtung: es sollen insgesamt wirklich nur 400 ml Milch, nicht wie wahrscheinlich auf den Puddingtüten steht 500ml Milch sein!), zieht den Topf dann vom Herd und rührt die Pudding-Milch-Mische unter. Dann nach Packungsanweisung weiterrühren/-verarbeiten. Deckt den Pudding anschließend mit Frischhaltefolie ab und lasst ihn -auch über Nacht- abkühlen. Legt die Butter daneben; so ist am ehesten gegeben, dass die beiden Zutaten am nächsten Tag die gleiche Temperatur haben. Wichtig: Habt wirklich Geduld! Versucht nicht, die eine oder andere Zutat schneller abzukühlen oder aufzuwärmen. Nur mit Geduld und der Einhaltung der einzelnen Schritte ist euch eine nicht-flockige, sondern lecker-lockere Buttercreme sicher!

Am nächsten Tag (oder nach sonstiger ausreichender Abkühlzeit) zerkleinert ihr die weiße Schokolade grob und gebt sie in eine große Schüssel. IMG_6340Nun lasst ihr die Sahne in einem Topf aufkochen und schüttet sie über die gestückelte Schokolade. Lasst die Masse 3-4 Minuten ruhen bevor ihr sie dann zu einer glatten Masse verrührt. (Wird sie zu schnell kalt, was bei der weißen Ganache durchaus vorkommen kann, stellt ihr sie einfach schnell für ein 10-15 Sekunden in die Mikrowelle). Fertig ist die Ganache.

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Nehmt nun die zimmerwarme, weiche Butter und schlagt sie gemeinsam mit dem Puderzucker für mindestens 5 Minuten schön schaumig. Sie sollte wirklich deutlich heller und fluffiger werden!

IMG_6342Entfernt die Klarsichtfolie vom Schokoladenpudding und rührt diesen vorsichtig und Löffel für Löffel (!!) unter die Buttermasse! Sollte die Buttercreme wider Erwarten gerinnen, so habt ihr verschiedene Möglichkeiten sie zu retten:

  • Lasst einen Würfel Kokosfett schmelzen und rührt diesen nun auch Löffel für Löffel unter die Masse. Die Buttercreme müsste wieder glatt werden!
  • Alternativ könntet ihr die Creme auch erneut über einem Wasserbad aufschlagen und glatt rühren.

Schneidet nun den Tortenboden -am leichtesten mit einem Tortenbodenschneider.. es geht aber auch zur Not mit einem großen Messer- in möglichst viele gleichmäßig dünne Böden.

Tipp: Gerade wenn die Torte das Fundament für eine Mehrstöckige sein soll, sind viele dünne Schichten deutlich stabiler und besser als wenige dicke.

Fixiert den untersten Tortenboden mit einem Klecks Ganache an der Tortenpappe und setzt nun den Tortenring als Stabilisator um den Boden herum. Streicht den Boden dünn mit der Marmelade ein, gebt anschließend eine Schicht Buttercreme hinauf. Schichtet nach diesem Schema die ganze Torte. Sie soll mit einem Tortenboden aufhören.

Stellt die Torte kalt (30-60 Minuten).

IMG_6343Löst den Tortenring nun vorsichtig, am besten mithilfe eines Messers von der Torte. Jetzt geht es ans sogenannte Crumbcoating. Dabei geht es darum die Krümel, die die Torte noch absondert, zu fixieren und zu ummanteln, damit sich keine von ihnen später ins Frosting verirren! Streicht also die gesamte Torte dünn mit einem Teil der Ganache ein (auch hier gilt wieder: ist sie schon zu hart zum Streichen geworden: ab in die Mikrowelle für ein paar Sekunden). Das Ergebnis muss weder besonders schön aussehen noch vollkommen akkurat gestrichen sein. Hauptsache ihr fangt die Krümel ein!

IMG_6344Stellt die Torte wieder kalt (nur kurz) und rührt in der Zwischenzeit den Frischkäse und den Mascarpone unter die restliche Ganache. Sobald die Torte getrocknet ist holt ihr sie aus dem Kühlschrank und bestreicht sie rundherum mit dem Frosting.Dafür benutzt ihr am Besten ein Palettmesser. Übrigens: durch das Frosting können auch wunderbar eventuelle Unebenheiten auf der Tortenoberfläche begradigt werden!

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Ist die Torte komplett eingestrichen muss sie einige Stunden, gerne auch einen Tag kühl stehen. Keine Sorge, durch das Crumbcoating ist sie gut verschlossen, der Kuchen läuft keine Gefahr trocken zu werden. Habt ihr grade nichts vor und kommt auf irrwitzige Ideen wie ich, könnt ihr die Torte nun natürlich noch nach Herzenslust mit hübschen Deko-Zuckerperlen besetzen. Dafür braucht man auch bloß ein paar Stunden Zeit, eine Pinzette und sehr ruhige Hände 😉 😉

Da ich auf der Hochzeit vor Tortenaufregung mit meine Gedanken ganz woanders war, gibt es von der aufgeschnittenen Torte bloß ein Foto der Testversion. Diese ist ein bisschen ungleichmäßiger und dicker geschichtet, außerdem deutlich niedriger als die Endversion. Ich hoffe ihr seht es mir nach.

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Viel Freude, Leidenschaft und GEDULD beim Nachbacken und natürlich GUTEN APPETIT!


PS: Wer sich durch den ganzen langen Artikel durchgekämpft hat ist herzlich auf ein Stück Torte eingeladen 😉

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