Käsespätzle (Nudelglück im Schwabenland)

Als ich vor einigen Monaten nach Stuttgart zog, war von Anfang an klar: wenn es mich schon ins von der Heimat ferne Schwabenland verschlägt, dann muss und will ich mich auch mit aller Kraft mit der schwäbischen Küche beschäftigen! Zu oft hörte ich im Vorfeld Sätze wie „Oh nach Stuttgart? Die schwäbische Küche ist ja sooo lecker!“, als dass ich es hätte ignorieren können. Also begann ich mich zu informieren. Spätzle, wusste ich. Maultäschle und Schupfnudeln auch. Lecker! Bei vielem anderen, wie sauren Nieren oder Kutteln, (mit allem in die Richtung kann man mich jagen!)  verspürte ich allerdings so gar kein Interesse mich daran zu versuchen.

Eingeschränkt also auf die verschiedenen Teigwaren entschied ich mich, wahrscheinlich auch wegen der Ähnlichkeit zur klassischen Nudel, mich zuallererst auf die Herstellung der Spätzle, genauer der Käsespätzle zu stürzen.

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Mit einer Spätzlepresse (ja ich weiß, ich mach es mir leicht und presse anstatt zu schaben!) und zwei schwäbischen Kochbüchern ausgestattet, wollte ich direkt in den ersten Tagen hier unten loslegen.

Doch schon bald musste ich merken, dass ich mich bei der bloßen Betrachtung der beiden Kochbücher wirklich vollkommen unterschiedliche Mengenverhältnisse der verschiedenen Zutaten konfrontiert sah. Geschweige denn vom gelingsicheren Rezept auf der Spätzlemehlpackung oder jenem, das der Spätzlepresse beigelegt war. Vollkommen unterschiedliche Menge von Wasser, Eiern oder Mehl las ich da; vom „richtigen“ Käse ganz zu schweigen.

Was blieb mir also anderes übrig als alle auszuprobieren? Jede Zutatenmengenkombination, jede Käsesorte, jeder Art der Vermischung von Käse, Spätzle und Zwiebeln? Stimmt, nichts. Mir blieb keine andere Wahl.

Und so legte ich los. Und jeder unserer Gäste, die wir in den letzten Monaten schönerweise zahlreich hatten, bekam zur Begrüßung im Schwabenländle erst einmal Spätzle vorgesetzt.

Und nach einigen Versuchen, die alle lecker schmeckten, bei denen aber trotzdem Unterschiede festzustellen waren, präsentiere ich nun endlich mein sorgsam ausgewähltes Lieblingsrezept für die perfekten Käsespätzle!

Über abweichende Rezepte und Geheimtipps freue ich mich jederzeit! 🙂


Für 4 Personen:

  • Spätzlemehl (500 g)
  • Eier (3)
  • Mineralwasser (250 ml)
  • Salz
  • Bergkäse (300 g)
  • Zwiebeln (500 g)
  • Butter zum Braten

Zwiebeln in dünne Ringe schneiden, etwas Butter in einer großen Pfanne zerlassen und die Zwiebelringe mindesten 30 Minuten in der Pfanne andünsten bis sie ein wenig Farbe erhalten haben.

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Ofen auf 200 Grad aufheizen, den Käse reiben.

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Mehl, Eier, Wasser und Salz zu einem glatten Teig rühren, bis er ein paar Blasen schlägt und anschließend ein paar Minuten ruhen lassen.

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Wasser in einem großen Topf mit Salz zum Kochen bringen. Den Spätzleteig nun portionsweise mit einer Spätzlepresse ins kochende Wasser drücken. Sobald die Spätzle an der Oberfläche schwimmen, mit einer Schöpfkelle herausheben und beiseite stellen. Sind alle Spätzle hergestellt, nehmt ihr eine ausreichend große Auflaufform zur Hand und schichtet abwechselnd Spätzle und Käse (abgeschlossen wird mit einer Schicht Spätzle).

Gebt die Auflaufform nun für 10-15 Minuten in den Ofen. Nach Ablauf der Zeit holt ihr die Form aus dem Backofen und gebt die geschmolzenen  Zwiebeln oben drauf.

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Dazu passt übrigens hervorragend ein frischer Salat, z.B. mit verschiedenen Blattsalaten, Äpfeln, Granatapfelkernen, Tomätchen, Gurken und Frühlingszwiebeln!

Guten Appetit!

 

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