…irgendwas mit Blaubeeren und Rosmarin…

Wie, glaube ich, schon häufiger angedeutet, schwindet mir bei schönem, warmen Wetter die Lust lange Texte zu schreiben, einfach so dahin. Oft sprudele ich zwar bei der Konfrontation mit all den derzeitigen saisonalen Lebensmitteln vor Ideen. Und auch an der Umsetzung hapert es nicht unbedingt; ich stehe zur Zeit wieder unglaublich gern in der Küche und werkel vor mich hin . Doch soll es dann daran gehen einen ausreichend langen, informativen, aber auch unterhaltsamen Text zu schreiben, passiert jedes Mal das Gleiche: Die Sonne strahlt mit all ihrer gemeinen, verführerischen Schönheit durch mein Arbeitszimmerfenster und anstatt mir mühsam die Worte aus den Fingern zu zaubern, verlangt alles in mir danach schnellstmöglich nach draußen zu kommen, spazieren zu gehen, ein Eis zu essen.

Also, auch heute nicht besonders viele Worte, sondern nur das Rezept für ein schnelles, leckeres Dessert für zwischendurch. Selbst einen hübschen Namen dafür wollte sich mein sonnensehnsüchtiges Köpfchen nicht einfallen lassen. Ist halt irgendwas mit Blaubeeren… und Rosmarin! Ja Rosmarin ist auch noch drin. Das Ganze tummelt sich in einer Creme aus griechischem Joghurt und Frischkäse auf einem Keksboden.

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War lecker! Und vielleicht ist das ja auch mal die Hauptsache und steht diesmal deutlich vor knackigen Namen oder langem Text. Also. Vorhang auf!


Für 2 Personen:

  • Hobbits-Kekse (4)
  • Butter, geschmolzen (20 g)
  • griechischer Joghurt (170 g)
  • Doppelrahmfrischkäse (75 g)
  • Honig (1-2 EL)
  • Blaubeeren (60 g)
  • Rosmarin (ein größerer Zweig)
  • optional: ein wenig Sonnenblumenöl zum frittieren

Kekse fein zerkleinern und mit der geschmolzenen Butter vermischen. Keksmasse in kleine Gläser verteilen, fest drücken und mind. 30 Minuten kalt stellen.

Danach 40 g der Beeren in kleine Stücke schneiden und auf die Keksböden geben.

Joghurt mit Frischkäse und Honig glatt rühren. Rosmarinnadeln fein hacken und untermischen. Auch die Creme auf die Gläser verteilen.

Zum Schluss die restlichen Beeren dekorativ auf der Creme verteilen. Ich habe außerdem noch ein paar Rosmarinnadeln kurz in einem Topf mit Sonnenblumenöl frittiert und in die Creme gesteckt. So hat man als Kontrast zur weichen Creme eine herbe knusprige Komponente. Schmeckt aber sicher auch ohne gut, falls das frittieren zu aufwendig ist.

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Besten Appetit und frohe Sonnenstunden! Ich bin dann mal draußen..

 

In diesem Jahr gibt’s Kirschen, wenn der Sommer kommt.. {Crostini mit Kirschen und Zitronenthymian}

Foto 11.07.16, 20 06 47Immer, wenn es plötzlich so heiß wird, wie in den letzten Tagen und alles, wirklich alles Sommer ausstrahlt, schleicht sich leise und klammheimlich ein Lied in meinen Kopf. Wenn ich mir dann, beim Schlendern über den Wochenmarkt die ersten Kirschen des Jahres gönne und sie fröhlich vor mich hin futtere, nimmt das Lied es zum Anlass sich noch fester in mein Gehirn einzubrennen und mich eine ganze Weile nicht mehr loszulassen.

Dieses für mich ganz besondere Lied ist „Kirschen (wenn der Sommer kommt)“ vom leider viel zu früh verstorbenen, großartigen Künstler Nils Koppruch. Auch wenn es gar nicht unbedingt ein fröhliches Sommerlied ist, schaffen Sommer und Kirschen den Ohrwurm so zu triggern, dass er mich lange beschäftigt und begleitet.

Meine ersten Kirschen also verspeisend, kam mir die Idee schnellstmöglich etwas mit Kirschen zu zaubern, in Verbindung mit diesem Lied. Gedacht, getan, schnell neue Kirschen gekauft (die erste Ladung war einfach zu schnell weg..) und schon abends stand ich in der Küche und schnibbelte Kirschen klein. Im Hintergrund lief mein derzeitiger Lieblings-Online-Radiosender FluxKompensator, der mich regelmäßig mit wirklich schöner Musik erfreut und bei mir zur Zeit eigentlich permanent läuft. Nils Koppruch hatte ich allerdings noch nie dort spielen gehört. Und so stand ich, wie gesagt, in meiner Küche, hackte den Zitronenthymian und zerkleinerte die Kirschen, als plötzlich, ja wirklich, „Kirschen“ aus den Boxen ertönte! Eine schöneren und überraschenderen Zufall hätte ich mir noch nicht mal ausdenken können..

Hier nun also mein etwas zauberhaftes, blitzschnelles Rezept für Crostini mit Kirschen und Zitronenthymian. Weiterlesen

Spaghetti mit gebratenen Kräuterseitlingen und getrockneten Tomaten

Von lieblingsmahls leckerem Salat mit panierten Kräuterseitlingen mit großer Lust auf Kräuterseitlinge, von der Natur – oder vielleicht meinem Papa? – mit einem nie sterbenden Dauerverlangen nach Nudeln ausgestattet, machte ich mich vor einigen Tagen ans Werk ein Nudel-Kräuterseitling-Gericht zu kreieren.

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Wie wahrscheinlich vielen gern kochenden Menschen, fällt es mir schwer zu sagen wie Rezepte entstehen. Viele der bisher hier veröffentlichten Rezepte sind einfach durch ein in-mich-reinhorchen entstanden. Ich habe dann eine feste Zutat vor Augen -hier den wunderbaren Kräuterseitling, den ich fast als meinen Lieblingspilz betiteln würde- und alles andere fügt sich irgendwie. Ich versuche mein Gehirn vorschmecken zu lassen, wie die eine oder andere Zutat mit der Grundzutat harmonieren würde und höre erst dann auf, wenn mein Gehirn sich freut und mir das Wasser im Mund zusammenläuft bei der Vorstellung an das entstehende Gericht. Weiterlesen

Am Anfang war der Nudelteig

Nach bereits zwei Pasta Rezepten, die ich hier veröffentlicht habe, möchte ich nun zum ersten Mal über das Nudeln Selbermachen und Nudelteig schreiben.

Bevor ich bald über die schöne Welt der gefüllten Nudeln berichte, soll es heute erst einmal um die Grundlage allen nudeligen Glücks gehen.

Ein Nudelteig ist unheimlich einfach und schnell gemacht, muss nur kurz ruhen und kann dann in schier unendlicher Art und Weise verarbeitet werden.

Für mich liegt im Nudelteig machen, ausrollen und Nudeln selbst herstellen eine unheimlich schöne, potentiell gesellige, gar beflügelnde Arbeit.

In den letzten Monaten hatte ich die schöne Gelegenheit mehrmals mit Freunden gemeinsam Nudeln zu machen. Weiterlesen

Und auch: Spargel ade! Gemelli mit weißem Spargel und Kirschtomaten

Am heutigen letzten offiziellen Spargel-Erntetag (die Saison geht vom 20. April bis zum heutigen 24. Juni) komme ich absolut nicht umhin also auch noch ein  mir viel Freude bringendes Spargelrezept zu verbreiten.

Und -Überraschung!- der Spargel geht heute Hand in Hand mit einer Nudel!

Ich bin eine große Verfechterin der Annahme, dass nicht jede Nudelsorte auch zu jeder Soße passt. Nudel und Soße sollten harmonieren, sich stimmig ergänzen, eben Hand in Hand dem Esser Freude bringen!

So ist es für mich unumgänglich bei der Wahl einer kurzen Nudel kombiniert mit einem Gemüse auch dieses Gemüse in kleine nudel-ähnlich-große Stücke zu verarbeiten.

Meine Wahl heute fiel auf Gemelli (italienisch für Zwillinge, da die Nudeln aus zwei gleichen, ineinander geschlungenen Strängen bestehen..).

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Gepaart mit ähnlich großen Stücken leckerem weißen Spargel, frischem Knoblauch und Kirschtomaten entsteht so eine leckere, schnelle Pasta, die den Abschied vom Spargel noch schwerer fallen lässt. Saft&Schale der Orange geben dem ganzen eine leicht fruchtige Note.  Also auf, auf, ein paar Tage ist er noch in den (Super)Märkten zu finden!


Für 4 Personen:

  • kurze Nudeln, z.B. Gemelli, Strozzapreti oder Penne (400-500g)
  • weißer Spargel, wenn möglich dünne Stangen (350g)
  • Kirschtomätchen (250g)
  • frischer Knoblauch (2-3 Zehen)
  • Bio-Orange (1)
  • Olivenöl (zum Anbraten)
  • Weißwein (zum Ablöschen)
  • Salz, Chilli (nach Bedarf)
  • Pecorino oder Parmesan, gerieben (nach Bedarf)
  • Pinienkerne (eine kleine Handvoll)

Röstet die Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett an.

Hackt den Knoblauch klein, halbiert die Tomaten, schneidet den Spargel in nudel-große Stücke. Reibt außerdem die Schale der Orange ab und presst den Saft aus.

Bringt in einem großen Topf Wasser mit Salz zum Kochen. Bereitet eine Schüssel mit eiskaltem Wasser vor. Die Spargelstücke werden nun blanchiert. Das heißt, sie werden -je nach Dicke der Stangen- 2-4 Minuten in das sprudelnd kochende Wasser gegeben (die Spargelspitzen bitte erst für die letzten 1-2 Minuten dazugeben), bevor sie dann mit einem Sieb aus dem Wasser gefischt und direkt in das kalte Wasser gegeben werden (das heiße Wasser NICHT abschütten). So ist der Spargel ausreichend gegart, bleibt aber noch ein bisschen knackig!

In einer ausreichend großen Pfanne dünstet ihr den Knoblauch in Olivenöl an und gebt nach kurzer Zeit die Spargelstücke hinzu.

Das Wasser im Topf solltet ihr nun wieder richtig zum Kochen bringen. Gebt die Nudeln hinein und gart sie nach Packungsanweisung.

Löscht die Spargel-Knoblauch-Mischung mit etwas Weißwein ab. Würzt nun mit Chili, Salz und dem Abrieb der Orangenschale. Gebt auch den Saft der Orange, eine Kelle Nudel-Kochwasser und als letztes die Tomatenhälften hinzu.

Schüttet die Nudeln in ein Sieb ab und gebt sie anschließend mit den Pinienkernen in die Pfanne.

Rührt zügig den Käse unter.

Fertig!

BUONA PASTA E ARRIVEDERCI ASPARAGO!

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